Die
Quellen des Regens
Die Quellen des Regens liegen auf dem Berg Pancir östlich von
Zelezna Ruda im Böhmerwald. Dort trägt der Bach den Namen „Rezna“.
An der Böhmisch – Bayerischen Grenze wird daraus der „Große
Regen“, der in Zwiesel zusammen mit dem „Kleinen Regen“, welcher
an der Ostseite des Rachels entspringt, den „Schwarzen Regen“
bildet. Dieser vereinigt sich im Pulling bei Kötzting mit dem
im Kleinen Arbersee entspringenden und den Laber Winkel durchquerenden
„Weißen Regen“.
Bei Regensburg, also nach etwa 185 km, mündet der träge, jetzt
nur mehr als Regen bezeichnete Fluss, in die Donau.
Fließgewässer-Zonierung
Fließgewässer lassen sich von Quellbach bis
zur Mündung in sogenannte Fischregionen gliedern. Fische eignen
sich aufgrund ihrer spezifischen Ansprüche an Temperatur,
Sauerstoffgehalt, Fließgeschwindigkeit und Beschaffenheit
des Gewässeruntergrundes sehr gut, verschiedene Fließgewässerzonen
zu charakterisieren.
Die meisten Bäche des Bayer. Waldes lassen sich der Forellen-
oder Äschenregion zuordnen. In der Forellenregion ist die
Fließgeschwindigkeit aufgrund des meist großen Gefälles hoch
und turbulent und das Wasser in unbelasteten Bächen mit Sauerstoff
gesättigt
Der Schwarze Regen im Stadtgebiet von Regen wäre natürlicherweise
der „Äschenregion“ zuzuordnen. Diese Einordnung ist aber nicht
mehr zutreffend, da es jetzt zahlreiche Stauhaltungen gibt.
Hier fließt der Regen deutlich langsamer und kommt im Bereich
der Wehre sogar zum Stillstand.
Bedeutung
natürlicher Uferbereiche
Die Begleitvegetation eines Gewässers ändert
sich von der Quelle bis zur Mündung deutlich.
Sind es am Oberlauf noch von der Fichte dominierte Waldbestände,
vereinzelt von Bergahorn und Esche durchsetzt, so wechseln
im weiteren Verlauf Bruchwälder aus Schwarzerle, Grauerle
und verschiedenen Weidearten mit extensiv bewirtschafteten,
landwirtschaftlichen Feuchtwiesen ab, auf denen Ried- und
Sauergräser und vereinzelt seltene Orchideen wachsen. In intakten
Ufer- und Auebereichen begleiten auch Hochstaudenfluren mit
Arten wie Mädesüß, Pestwurz und Sumpfschwertlilie die Fließgewässer.
Die natürliche Vegetation wurde oft durch reine Fichtenaufforstung
verdrängt. Die Fichten unterliegen in den Talbereichen aber
häufiger Windwürfen und neigen vor allem in der ersten Bestandsgeneration
im Alter von etwa 60 Jahren zu erhöhter Rotfäule.
Gefährdung
des Gewässerökosystems
Viele Bäche und Flüsse werden oft einseitig zugunsten
des wirtschaftenden Menschen ausgebeutet. Durch intensive
Landwirtschaft bis unmittelbar an den Gewässerrand gelangen
mineralische und organische Düngemittel in die Gewässersysteme.
Nährstoffanreicherungen wirken über verstärktes Algenwachstum
und nachfolgende Sauerstoffzehrung ebenfalls negativ.
In diesem Jahrhundert wurden v.a. viele kleinere Gewässer
kanalisiert oder verrohrt. Wenn Ufer und Gewässergrund befestigt
werden, reduziert sich das Nahrungsangebot für Kleinlebewesen
und Fische, aber auch Versteckmöglichkeiten verschwinden,
die Selbstreinigungskraft sinkt, die Hochwassergefahr steigt.
Mit zunehmender Industrialisierung erhöhte sich der Eintrag
von Schadstoffen und ungeklärten Abwässern aus Industrie und
Haushalten, sowie über die Luft durch den sauren Regen. Die
Wasserqualität verschlechterte sich dadurch erheblich. Viele
Tier- und Pflanzenarten verschwanden aus den Gewässern, weil
ihnen die Lebensgrundlage entzogen wurde. Vor allem die Oberfläche
der Bäche ein höheren Lagen sind durch die starke Versauerung
vielfach ohne Leben. Wenn Fischnährtiere fehlen, wandern Fische
ab. Dadurch haben auch Tierarten wie der Fischotter keine
Nahrungsgrundlage.
Auch Stauanlagen wirken sich auf Gewässerabschnitte negativ
aus. Selbst wenn kleine Flächen überstaut werden, erhöht sich
die Wassertemperatur im Stauraum und in den nachfolgenden
Gewässerabschnitten. Der Sauerstoffgehalt des Wassers nimmt
in diesem Zusammenhang ab, damit wird sehr vielen Organismen
die Lebensgrundlage entzogen. Dies führt zu einen Artenrückgang
auf etwa ein Drittel. Die Unterbrechung eines natürlichen
Flusslaufes stellt einen gravierenden Eingriff dar. Falls
größere Wassermengen zum Betrieb von Mühlrädern oder Turbinen
ausgeleitet werden, muss eine ausreichende Restwassermenge
v.a. in den trockenen Monaten im Gewässerbett verbleiben,
um das Überleben von Fischnährtieren und Fischen zu ermöglichen.
Gerade Kleinkraftwerkanlagen bewirken oft große ökologische
Schäden, während der Beitrag zur regenerativen Energieerzeugung,
die ohne Zweifel gewünscht wird, verschwindend gering ist.
Seit dem 14. Jahrhundert
wurden Bäche im Bayerischen Wald für die Holztrift genutzt.
Vielfach wurden sie ausgebaut und begradigt. Die Ufer wurden
mit Steinen und Holz befestigt, um Holz auf dem Wasserwege
zur Donau transportieren zu können. Dies stellte schwerwiegende
Eingriffe in das Ökosystem der Bäche dar.
Übermäßige Freizeitaktivitäten
im und am Gewässer können in der Summe negative Wirkungen
auf die Naturlebensräume zeigen. Übermäßige Fütterung von
Wasservögeln trägt zur Verschlechterung der Gewässergüte bei.
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