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Wanderweg "Burglehrpfad Weißenstein"

Burglehrpfad:

 
 
 
Zum Vergrößern auf die Bilder klicken
Ausgangsort: Parkplatz Weißenstein
Ziel: Parkplatz Weißenstein
Über / Strecke: Rundwanderweg
Schwierigkeit:  
Länge: 4 km oder 1,8 km
Dauer: ca. 1,5 oder 0,45 Std.
Untergrund: Schotter und unbefestigter Untergrund
Höhenmeter: ca. 688m - 751m
Sonstiges: Parkplatz frei

Beschreibung:

Teufelsmauer, Hexenwerk - die volkstümlichen Bezeichnungen für den Pfahl (von lat. pallidus = bleich,fahl) lassen erkennen, dass die bizarren weißen Felsen schon früh die Phantasie der Menschen beschäftigten.
Fast schnurgerade verläuft der Pfahl auf einer Länge von über 150 km von Fürholz bei Freyung im Unteren Bayerischen Wald bis nach Schwarzenfeld in der Oberpfalz. Auch die Wissenschaft lieferte mehrere Theorien zur Entstehung des Pfahls. Erst der Mineraloge Richard Hofmann stellte 1962 fest, dass der Pfahlquarz ein kompliziertes "Flieder- und Scherspalten-Sytem" füllt, an das morphologisch weiche Gesteine, die Pfahlschiefer angrenzen.

Der milchig-weiße Pfahlquarz besteht zu 95 - 98 % aus Kieselsäure (SiO2). Gelbliche bis schwach rötliche und graue Farbvarianten werden durch geringe Anteile von Eisenverbindungen und Verunreinigungen durch Pfahlschiefer verursacht.

Wegen seiner relativ hohen Verunreinigung wurde der Pfahlquarz von den Glashütten nur ausnahmsweise für die Glasherstellung benutzt. Eine wesentlich bedeutende Rolle spielte er als Schotterlieferant für den Straßenbau im Bayerischen Wald. Heute ist der Pfahlquarz zu einem gesuchten Rohstoff der chemischen Industrie geworden. Zum Beispiel wird aus Quarz gewonnenes Reinst-Silizium für die Mikrochip- und Solarzellenherstellung verwendet.

Die freien, gut besonnten Felsgratbereiche und die südwestexponierte Pfahlseite sind Wärmeinseln im ansonsten rauhen Klima des Bayerischen Waldes. Sie sind deshabl bevorzugte Lebensräume wärme- und trockenheitsliebender Pflanzen und Tiere.
Charakteristisch für den Pfahl sind die ursprünglichen Pioniervegetationen der Quarzfelsen aus Silikatflechten und Krüppelkiefern und lichte Eichen-Birken-Bestände in den Randbereichen - soweit diese nicht durch Fichten- und Kiefernforste verdrängt wurden. Eine Besonderheit des Weißensteiner Pfahl ist der laubholzreiche Burgwald aus Bergahorn, Eschen und Ulmen.

Eine weitere typische Pflanzengesellschaft der Pfahlregion ist die durch Rodung und Beweidung entstandene Pfahlheide mit dem bestandsprägenden Heidekraut und Magerrasenarten wie Arnika und Heidenelke. Leider sind heute nur noch kleinflächige Reste vorhanden, auch die Pfahlheide bei Weißenstein - noch bis in die 60er Jahre ein guter Birkhuhn-Balzplatz - existiert nicht mehr.

Besondere Bedeutung hat der Pfahl aber auch heute noch als Lebensraum von Reptilienarten wie Schlingnatter und Zauneidechse. Neben vielen anderen Insektenarten sind hier auch speziell angepaßte und bereits äußerst seltene Ameisenarten zu finden. Fledermäuse nutzen die Spalten und Klüfte der Quarzfelsen als Tagesverstecke.

Burgdaten:

Die Burgruine Weißenstein mit ihrer exponierten Lage auf einer der höchsten Erhebungen des Pfahls zählt zu den bedeutendsten und größten Burganlagen des Bayerischen Waldes. Die Burg wurde etwa in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts an zentraler Stelle am Handelsweg von der Donau nach Böhmen von den Grafen von Bogen als Ministerialsitz errichtet. 1242 kam die Burg mit dem Aussterben der Grafen von Bogen in den Besitz der bayerischen Herzöge. Die erste urkundliche Erwähnung des "castrum Weizzenstain" stammt aus dem Jahr 1244. Weißenstein ist eine hoch- und spätmittelalterliche "Höhenburg"-Anlage. Der Burgtypus entspricht einer sogenannten Axialanlage mit Frontturm im Nordwesten. Die axiale Aneinanderreihung der Gebäude resultiert aus dem reduzierten Platzangebot auf dem schmalen Felsenriff.


GPS-Route - 1,8 km:



Höhenprofil - 1,8km:


GPS-Tracks - 1,8km:


Bilder:

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